Vision

 

Think about it!

 

Die Vision der Grünen St. Pölten

 

 

 

Unsere Forderungen:

 

  1. Alle öffentlichen Gebäude sind energieautark (Solarzellen, wo möglich)
  2. Wohnen ist leistbar (z.B. max. Mietpreise): schöne Wohnung zu schönem Preis
  3. Gemeinschaftliche Wohnprojekte und Gemeinschaftsgärten werden gefördert und sind für alle leistbar
  4. Für den Gemeinderat steht die LEBENSQUALITÄT der BürgerInnen an erster erster Stelle
  5. Es gibt eine Wohnbauverordnung: Keine Neubauten VOR SANIERUNG alter Bestände!

 

Unser Traum:

 

Daniel zieht um. Seine Freunde sind mit von der Partie, um die Kartons in die beiden großen Lieferwägen der Car Sharing Agentur der Stadt zu schlichten. Schon seit dem frühen Morgen helfen Denise, Nicole, Arash und Julia ihrem Freund bei der Verlegung seines Lebensmittelpunktes. Markus und Monika sind als Fahrer auserkoren. Nach einigem Schleppen und Schlichten geht es auf in Daniels neues Domizil am anderen Ende der Stadt. Seit dem Inkraftreten der neuen Wohnbauverordnung ist das Thema Wohnen in St.Pölten völlig neu zu verstehen: Früher musste man ein kleines Vermögen berappen, um sich eine hübsche thermisch und energetisch sanierte Wohnung leisten zu können. Heute, wo Wohnbauerrichter nicht neu bauen dürfen, bevor sie die Altbestände nicht entsprechend auf den neuesten Stand gebracht haben, ist Wohnen keine Luxusfrage mehr. Nicht nur Daniel profitiert von der Ist-Situation - gerade junge Menschen, Familien und AlleinerzieherInnen haben nun die Möglichkeit, adäquat und günstig zu wohnen. "Lebensqualität" steht für die Stadtpolitik an erster Stelle, auch im Bereich Wohnen und Mieten. Vorbei sind die Zeiten, als zwei Drittel des Einkommens für die Unterkunft bezahlt werden mussten. Dank nachhaltiger Energieversorgung und optimaler Bauart können die Betriebskosten auf ein Minimum reduziert werden und auch die Mieten werden individuell anhand eines ausgearbeiteten Modells berechnet. Wohnraum ist zur Selbstverständlichkeit geworden - ebenso wie das Thema des bedinungslosen Grundeinkommens und nachhaltige Energie. Als gutes Beispiel ging zuerst die Stadt St.Pölten selbst voran, flugs wurden alle Gebäude in öffentlicher Hand energieautark gemacht. Daniel bezieht eines der gemeinschaftlichen Wohnprojekte. Von öffentlicher Hand gefördert, finden hier BürgerInnen unterschiedlichster Facon ihren neuen Lebensbereich. Sogar einen Gemeinschaftsgarten gibt es in dem sanierten Haus. Hier spielt sich das Leben der Bewohner ab: Zusammen gärtnern, Bäume pflegen, die Früchte der vereinten Arbeit ernten. In Daniels Wohnprojekt eine Selbstverständlichkeit; Nicht nur für ihn und seine Hündin Jessi - auch für die Familie aus dem Stock über ihm oder die ältere alleinstehende Dame aus dem Nebeneingang und deren Katze,... ja selbst der junge Student aus dem obersten Stock: Alle versammeln sich um den Grill, den Daniel und seine Freunde für den Abend befeuern. Ein gemeinschaftliches Hallo für den neuen Mitbewohner!

 

 

 

Freizeit

 

Unsere Forderungen:

 

  1. Jeder Stadtteil hat ein eigene Eltern-Kind-Räumlichkeiten inkl. Grünraum; konsumfrei nutzbar

bedeutet: Förderung der Möglichkeit von Erziehung in der Gemeinschaft /+ gratis Indoorspielplatz

  1. Badesseen bekommen Hundezone: Hunde sind erlaubt und dürfen auch ins Wasser
  2. Vielzahl von Freizeitaktivitäten für Jugendliche
  3. Zu jeder Jahreszeit gibt es große öffentliche Veranstaltungen (Stadtfest, Faschingsumzug, Silvester u.Ä.)
  4. Auf allen öffentlichen Plätzen und Räumen wird getanzt und geschmust
  5. Pro Stadtteil ein Sportplatz: gut gepflegt und gratis nutzbar

 

Unser Traum:

 

Heute ist der 21.Juni 2021. Markus und Monika verabredeten sich gerade mit Julia und Daniel, um gemeinsam auf die neue Sportanlage in Viehofen zu gehen. Dort angekommen, treffen sie bereits einige andere BürgerInnen der Stadt St.Pölten, die mit ihren Kinder ausgelassen spielen. Schnell kommt das Thema der neuen Sportplätze in St.Pölten und Umgebung auf, welche jetzt regelmäßig gepflegt und gewartet werden.

Nach einer halben Stunde meldet sich Nicole bei Markus, um zu fragen, ob wir alle zum Ratzersdorfersee kommen möchten. Wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg.

Daniel fährt vorher noch nach Hause, um seinen Hund Jessi abzuholen, die darf ebenfalls mit zum See. Als die beiden dort ankommen, tollen schon einige andere Hunde auf der Wiese und im Wasser herum. Nach einer kurzen Runde stoßen sie nun auch zu den anderen:

Mit von der Partie sind Denise und Arash, die schon seit dem frühen Vormittag am See zu finden sind.

Nach etlichen Stunden Relaxen und Bräunen, macht sich die ganze Gruppe auf den Weg Richtung Rathausplatz - zum Sommerfest.

Julia informiert uns noch, das nächste Woche Sommerspiele für Jung und Alt am Viehofnersee veranstaltet werden.

"Generell ist die Anzahl an öffentlichen Veranstaltungen in letzter Zeit in St.Pölten gestiegen...", fügt Daniel hinzu.

Als wir in den Bus einsteigen, erblickt Monika ein junges Paar, hemmungslos herumschmusend. Mit einem Blick auf den leicht verwirrt blickenden Markus meint sie, sie sei genauso gewesen. Markus fühlt sich ein wenig ertappt und Daniel scherzt herum.

Nach gut 10 Minuten kommen wir am Rathausplatz an.D ort sind schon Unmengen von Leuten anwesend, welche zu Rumba Musik tanzen. Monika stürzt sich sofort in die Menge und lässt es so richtig krachen.

Die restliche Gruppe mischt sich unters Volk und spricht über einige Themen, die sich in den letzten Jahren in St.Pölten zum Positiven gewendet haben:

Darunter fallen unter anderem mehr Sportanlagen in jedem größeren Stadtteil; Und dass Hunde auf den öffentlichen Seen willkommen sind. Mehrere Veranstaltungen, welche von der Stadt St.Pölten für Jung und Alt organisiert und durchgeführt werden und der Erbau des Stadtkindergartens und der Eltern-Kind-Treffs.

Auch die Optimierung der Grünanlagen und konsumfreien Zonen ist ein Gesprächsthema.

Nach etlichen Stunden des Feierns, Speisens und Tratschens macht sich die Truppe auf den Heimweg - mit dem Wissen, dass unsere Stadt deshalb zu der geworden ist, die sie heute ist, weil die Vision der Zusammenarbeit der BürgerInnen mit der Politik einfach gelebt wurde.

 

 

 

Bevölkerung

 

Unsere Forderungen:

 

  1. Bevölkerung nimmt Eigenverantwortung wahr
  2. Es gibt in regelmäßigen Abständen BürgerInnenräte (http://www.partizipation.at/buergerinnenrat.html)
  3. Alle Parteien und Zivilgesellschaften haben im Gemeinderat gleichwertige Sitze
  1. Es gibt einen Jugendrat und einen Jugendgemeinderat: für Unter-30-Jährige, inkl. VertreterInnen aus den entsprechenden Jugendorgansisationen; alle Fraktionen gleiche Anzahl an Sitzen, eigenes Budget..., teilweise Entscheidungsbefugnisse und in jedem Fall ein Vorschlagsrecht
  1. Die Grünen werden gefeiert, weil sie den politischen Imagewandel initiiert haben :-)
  2. Grundbedürfnisse sind erfüllt: Unterkunft, Verpflegung, Bildung, kulturelle Anteilnahme, es gibt in St. Pölten das Bedingungslose Grundeinkommen (http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingungsloses_Grundeinkommen)

 

Unser Traum:

 

Es ist ein sonniger Junimorgen und ich fahre mit dem Fahrrad durch die Innenstadt zum Rathausplatz. Seit der Rathausplatz begrünt wurde und es einen Kinderspielplatz gibt, ist der Platz bereits um 9.00 früh sehr belebt. Die vielen bunten Sitzgelegenheiten laden ein, es sich in der Morgensonne gemütlich zu machen. Ich muss mich beeilen, denn im BürgerInnen-Haus findet heute bereits der 10. BürgerInnen-Rat statt. Jedes mal wenn ich das Haus betrete, freue ich mich, dass es dieses Haus gibt. Es ist heute nicht mehr wegzudenken aus dem politischen Geschehen. Beides nicht. Sowohl die BürgerInnen-Räte, als auch das BürgerInnen-Haus.

 

Über dieses wunderbare Instrument des BürgerInnenrates gäbe es viel zu sagen. Ich versuche, mich trotz meiner Begeisterung kurz zu fassen. Der BürgerInnenrat setzt sich aus zwölf bis fünfzehn nach dem Zufallsprinzip ausgewählten BürgerInnen zusammen. In der zwei Tage dauernden Arbeitsphase identifizieren die TeilnehmerInnen Themen öffentlichen Interesses in ihrem Umfeld und entwickeln dafür Verbesserungs-/Lösungsvorschläge. Anfangs als eine einfache, kostengünstige und rasche Möglichkeit gedacht, Selbstorganisation und Eigenverantwortung von BürgerInnen zu stärken, ist er mittlerweile zu einer methodischen Ergänzung der Parteipolitik geworden, die die Politikverdrossenheit in einen Beteiligungswillen verwandelt hat.

Im BürgerInnen-Haus gibt es im Erdgeschoss das ReparaturCafe, mehrere Räume für die unterschiedlichsten Handwerksarbeiten, und einen Kochsalon. Im ersten Stock befinden sich die Räume für Kunst und kulturelle Veranstaltungen. Im zweiten Stock – und dahin bin ich auf dem Weg – mehrere Seminarräume. Das Haus kann von allen BürgerInnen kostenfrei genutzt werden. Im Rathaus gegenüber finden die offiziellen Versammlungen statt, an denen die VertreterInnen der Parteien und der Zivilgesellschaft gleichwertig und gleichberechtigt teilnehmen. Die Zeiten eines Gemeinderates, mit dem durch die unterschiedliche Anzahl der Sitzplätze der Parteien ersichtlichen Machtgefälle und der die Arbeit für das Gemeinwohl behindernden Konkurrenz, sind schon lange Geschichte.

Es war ein großes Aha-Erlebnis, als man entdeckte, dass viele Menschen nicht Politikverdrossen, sondern Parteipolitikverdrossen waren. Dass die Politik der letzten Jahrzehnte abstoßend geworden war und nicht anziehend. Anziehend wurde sie erst wieder, als einige VorreiterInnen der Grünen St. Pölten entdeckten, wie viele zeitgemäße Methoden und Strukturen eines Miteinander von der Zivilgesellschaft in diesen Jahrzehnten entwickelt worden waren. Die Zivilgesellschaft hatte sich in vielen zukunftsfähigen Projekten und Initiativen unbemerkt und zum Teil auch ignoriert von der Parteipolitik politisch engagiert. Doch diese Zeiten sind vorbei! Von einem Gegeneinander kam es zu einem lebensfreundlichen und produktiven Miteinander!

 

Die Jugend, die jetzt heranwächst, hat bereits einen sehr positiven Zugang zum politischen Geschehen, da sie unmittelbar beteiligt und damit auch engagiert ist. So wie es den BürgerInnenrat gibt, gibt es auch einen Jugendrat.

 

Da nun PolitikerInnen und BürgerInnen an einem Strang ziehen – es bezeichnenderweise auch keinen Wahl“kampf“, sondern ein Wahl“engagement“ gibt, sind die Grundbedürfnisse der St. PöltnerInnen bestens erfüllt - Wohnen, regionale Lebensmittelversorgung, Bildungsangebote und kulturelle Anteilnahme sind für alle leistbar geworden. St. Pölten ist bestens versorgt!

Abgesehen von der existentiellen Versorgungsverbesserung in St. Pölten, ist auch das „Bedingungslose Grundeinkommen für Alle“ nicht nur im österreichischen, sondern auch im europäischen Parlament zur Beschlussfassung gelandet. Und so wie es jetzt aussieht, wird es wohl im nächsten Jahr eingeführt werden.

 

Obwohl das Wahl“engagement“ gar nicht mehr notwendig wäre, wird es als ein Ritual des Überdenkens, Vordenkens und der Visionsfindung beibehalten. Und nicht nur die St. Pöltner Grünen, sondern alle Parteien feiern das von den Grünen St. Pölten initiierte Umdenken und damit die Möglichkeit einer Zusammenarbeit für das Gemeinwohl.

 

 

 

Lebensraum! - Renaturalisierung und Urban Gardening -

 

Unsere Forderungen:

 

  1. St. Pölten ist Natur im Garten Stadt und is(s)t ESSBARE Stadt
  2. Jede mögliche Fläche wird zum Anbau von Obst und Gemüse genutzt
  3. Baumschutzverordnung nach Wiener Vorbild
  4. Traisen ist renaturalisiert und die rechte Traisenseite flussabwärts ist AUCH Hundebegegnungszone
  5. Nutztierhaltung im Wohngebiet ist erlaubt (artgerecht!)
  6. Stadtgärtnerei hat 4 ImkerInnen im Einsatz; ausreichend Nistkästchen im Stadtgebiet
  7. Alte Obst- und Gemüsesorten werden angebaut und konsumiert
  8. Grünstreifen und Grüngürtel sind Nützlingswiesen
  9. Naturräume sind erhalten und bleiben das auch (keine weitere Umwidmung mehr in Richtung Betriebsgebiet)
  10. Sonnenpark (Spratzerner Kirchenweg 81-83) besteht in seiner ursprünglichen Form, und

die dort ansässigen Vereine werden ausreichend finanziell unterstützt - VORBILD GRASWURZELBEWEGUNG

11. Leistbare Produkte aus der Region sind IN

12. Nutzwasser ist steuerfrei

 

Unser Traum:

 

„Jetzt machen wir uns aber auf den Weg! Wir sehen uns übermorgen beim großen Fest!“ rufe ich Monika nach einem gemeinsamen Tag im Sonnenpark noch zu, während ich mich auf's Fahrrad schwinge und meine kleine Tochter auf ihrem Sitz hinter mir noch eifrig winkt. Es war ein guter Tag. (Nicht nur, weil die Paradeiser im Gemeinschaftsgarten jetzt schon pflückreif sind!) Töchterchen hat heute nämlich 5 Sandkuchen gebacken, eine neue Erdbeerpflanze gesetzt, sich einen Holzsplitter - den sie sich beim Barfußgehen eingezogen hat - tapfer herausnehmen lassen, und das selbstgemachte leckere Eis, welches Herr Hippmann als Überraschung im gemeinschaftlichen Kühlschrank dagelassen hat, genüsslich geschleckt. Das ist wahrlich deliziös. Das Spannende dabei ist, dass die Basis dafür Ziegenmilch bildet. Ziegen hat Herr Hippmann nämlich im Garten, also in Wagram. Denen geht es gut bei ihm! Manchmal macht seine Nachbarin – die ist Volksschullehrerin – mit ihrer Klasse einen Ausflug dorthin um den Kindern näher zu bringen, wie das eigentlich so funktioniert mit der

(Bio-)Milch und dem Abfüllen in die Glasflaschen. Ich finde das eine gute Idee, so haben die Kinder dann auch ein Gesicht im Kopf, wenn sie das nächste Mal beim Greissler einen Liter davon kaufen.

So, jetzt aber heim! Wir haben schon einen Bärenhunger! Es war auch echt viel zu tun heute. Da tut es schon gut, zu wissen, dass das Kind gut aufgehoben ist in der GemeinsamSeinGruppe. Die meisten von uns Müttern/Vätern mit unseren Kids (viele gehen noch nicht in den Kindergarten) haben sich hier kennengelernt und finden, dass es das Leben um einiges leichter und reicher macht, hilft man zusammen. Es ist für die Kinder lustiger und für uns Eltern auch – wir betreuen gemeinsam. Da können wir zusammen spielen und uns unterhalten und einen Tag in der Sonne verbringen – ganz, ohne Konsumieren zu müssen. Also habe ich Töchterchen einfach mal im Verband bei meiner Freundin Renate gelassen, die auch mit ihren Zwergen gern herkommt - und in der Zwischenzeit Unkraut jäten können (ich bin ja gleich nebenan und das Gelände hier ist kindersicher, ein Auto kann hier gar nicht rein) – das war mir schon wichtig, damit übermorgen alles schön aussieht, wenn das große Nachbarschaftsfest stattfindet – und es wird sogar von der Stadt subventioniert, so wie die im Sonnenpark ansässigen Vereine auch... Das bedeutet: Jede Menge tolle Programmpunkte!

 

Der Schnittlauch duftet schon so gut aus meinem Fahrradkorb, gleich sind wir daheim – da gibt’s ihn dann frisch auf's Butterbrot, Eier hab' ich auch noch – die mit der pastellgrünen Schale von der braunen „Mitzihenn'“ von der Nachbarin. Und dazu die vorhin gepflückten Paradeiser. Apropos Pflücken: Später muss ich noch den Garten gießen – so heiß, wie es heute wieder war! Wie gut, dass unser Nutzwasser steuerfrei ist!!!

Seit wir in unserer Natur-im-Garten-Stadt St.Pölten überall „zugreifen“ dürfen, macht den Kindern das Essen von Obst und Gemüse auch irgendwie mehr Spaß. Wir leben „Urban Gardening“.

Die alten Apfelsorten entlang der Traisen haben wir letztens beim Vorbeiradeln gezählt, also das ist immer auch angeschrieben mit einer Tafel am Baum. Ich glaub', es waren mindestens zehn verschiedene! So genau hab' ich dann aber auch nicht drauf geachtet, weil mein Hund einer Spanieldame hinterher wollte – das passiert jetzt manchmal, seit am rechten Traisenufer flussabwärts auch die „Hundebegegnungszone“ gilt. Dafür freuen sich die Sportler, die sich jetzt sicherer am linken Weg fühlen. Und dank unserer Baumschutzverordnung werden die sich auch bald über bunte Schattenplätze freuen, denn der Herbst macht sich schon ein bisschen bemerkbar.

Morgen will das Kind die Bienen zählen, auf dem Weg in die Innenstadt. (Es ist Markt und ich möchte ein bisschen einkaufen. Stichwort Honig – die Stadtgärtnerei hat schon wieder eine neue Imkerin eingestellt!) Na ich bin gespannt, aber mir ist aufgefallen, dass es heuer bereits um einige Wildbienen mehr sind, als noch letztes Jahr. Das liegt sicher auch an den Obstbäumen – und an den Bienenwiesen, also offiziell heißt das ja „Grünstreifen“.

 

 

 

Infrastruktur

 

Unsere Forderungen:

 

  1. Es gibt ein Büro für Zukunftsfragen + Denkwerkstatt+ Bewusstseins- und Bildungswerkstatt (http://www.vorarlberg.at/zukunft/)
  2. Volksheime werden gratis vom Volk genutzt
  3. Es gibt Ausgewogenheit zwischen Konzernen und KMUs ( = kleine/mittlere Unternehmen)
  4. Es gibt mind. zwei Hospize + zeitgerechte Betreuung für alte Menschen + Palliation
  5. In jedem Stadtteil gibt es einen KOSTNIX LADEN
  6. Gemeinde ist soziokratisch organisiert
  7. Es gibt 2 öffentliche Geburtshäuser
  8. Stadt St. Pölten und jeder sich hier befindende Betrieb ist an den Tauschkreissystem angeschlossen.
  9. Jeder Stadtteil hat einen Nahversorger/"Greissler"
  10. Alle Mahlzeiten in öffentlichen Infrastrukturen sind biologisch und in der Region erzeugt und bezogen
  11. St. PöltnerInnen haben Beusstsein für Fleischkonsum und schätzen diesen entsprechend wert
  12. St. Pölten ist attraktiv und hat 53 000 EinwohnerInnen
  13. St. Pölten ist eigenständig und kein bloßer "Vorort von Wien"
  14. St. Pölten profitiert von der Wirtschafts- und Sozialökonomie Wiens
  15. Tierheim hat entsprechende finanzielle Mittel und die Tierärzte teilen (!) sich die Aufgaben dort
  16. Es gibt ausreichend und an die Arbeitszeit angepasste Unterbringungsmöglichkeiten und Betreuungseinrichtungen für Kinder

 

Unser Traum:

 

Zufällig - und doch wie ausgemacht - treffe ich meine grün handelnden Freunde im stark frequentierten BürgerInnen-Haus in der seit langer Zeit florierenden Innenstadt. In direkter Nachbarschaft befinden sich das Büro für Zukunftsfragen, die Denkwerkstatt, sowie eine Bewusstseins- und Bildungswerkstatt . "Grüne Freunde" ist zwar aus persönlicher Sicht treffend, hat aber in der soziokratischen Gegenwart in unserer 53.000 Menschen starken Heimatstadt kaum mehr Bedeutung.

Wir beschließen, uns bei einem gemeinsamen Mittagessen unsere Tageserlebnisse zu erzählen. Seitdem alle Mahlzeiten in öffentlichen Häusern tatsächlich biologisch sind und weitestmöglich regional bezogen werden, ziehen auch die Gasthäuser nach. In St.Pölten herrscht ein starkes Bewußtsein für ein qualitatives Mahl und Fleisch gilt mehr als wertgeschätzte Beilage. Alle leben gesund.

Monika und Nicole wohnen in direkter Nachbarschaft und trafen sich bereits beim Greißler um die Ecke. Die mächtigen Konzerne müssen -auf Wunsch der Bevölkerung - Platz für die Nahversorger in jedem Stadtteil lassen, die genauso wie die "Kostnix Läden" sehr willkommen scheinen. Die Athmosphäre der persönlichen Klein- und Mittelbetriebe erhellt das Stadtbild und unterstreicht das Tauschkreissystem der Gemeinde St.Pölten und sämtlicher ansäßiger Betriebe.

Julia hat eben ihre Tochter und ihren Enkel zu einer der zahlreichen Betreungseinrichtungen für Kinder begleitet. Sie ist glücklich, daß unsere Stadt (mit den schon zwei Geburtshäuseren!) bis zum "Ende" die Bürger nicht allein läßt. Am Nachmittag widmet sie sich den integrierten "alten" Mitmenschen, die ihre letzten Tage in Alten- und Pflegehäusern genießen können. Auch Menschen mit unheilbaren Krankheiten können sich hier mit liebevoller Unterstützung und in Ruhe auf ihren Abschied vorbereiten, bevor sie sich schließlich freiwillig in einem der Hospizen auf einen Abschied vorbereiten.

Daniel kam gerade direkt mit dem leistbaren Zug von Wien. Obwohl St.Pölten stark von der Wirtschafts- und Sozialökonomie Wiens profitiert, bleibt die Stadt absolut eigenständig und ist kein "Vorort".

Denise, Markus und ich nahmen uns heute Zeit, mit Hunden aus dem schönen Tierheim ein bißchen spazieren zu gehen. Die finanziellen Mittel und die tierärztliche Versorgung runden ein würdiges Leben optimal für unsere Mitbewohner dort ab.

 

 

 

Kultur

 

Unsere Forderungen:

 

  1. St. Pölten bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten; Angebote für alle Lebensmodelle
  2. Bildung: alternativpädagogische Systeme sind im öffentlichen Schulwesen integriert, es gibt monatliche Förderungen für Eltern mit Schulkindern und Studenten mit Wohnsitz in St. Pölten
  3. Es gibt Stolpersteine zur Erinnerung
  4. Alter und neuer jüdischer Friedhof sind adäquat renoviert und als solche erkennbar
  5. St.Pölten hat ein breites Aus- und Weiterbildungsangebot

 

Unser Traum:

 

17.Mai 2025

Die Glocke der Statutschule gegenüber läutet. Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren stürmen aus der Schule an uns vorbei.

„Das Leben für viele Bürger ist leichter geworden in St. Pölten.“ meint Markus.

„Stimmt“, bestätigt Julia. “Durch die monatliche Förderungen für Eltern ist es leichter, sein Kind auch in eine alternative Schule zu schicken; generell ist es leichter geworden unseren Kindern eine bessere Ausbildung zu ermöglichen.“

„Ida geht in ein Pestalozzi-Gymnasium, oder?“ fragt Markus.

„Ja, seit letztem Herbst.“ antwortet Julia. „Aber inzwischen haben ja auch in St.Pöltens öffentlichen Schulen alternativ- pädagogische Systeme Einzug gehalten. Wir hatten also die Qual der Wahl!“

„Und die Förderung für Studenten und die beiden neuen Universitäten in St. Pölten sind auch nicht schlecht:“, werfe ich ein. „Ich kann jetzt neben meiner Arbeit ein Studium verfolgen und muss nicht mehr nach Wien pendeln.“

„Das Angebot für Aus- und Weiterbildung ist überhaupt mittlerweile sehr vielfältig geworden.“, fügt Nicole noch hinzu.

„Habt ihr schon von den neuen Wohnprojekten gehört die jetzt ins Rollen kommen sollen?“ fragt Ari unvermittelt in die Runde.

„Du meinst die Living City. Die gibt’s jetzt eh schon knapp 5 Jahre!“, unterbricht Daniel.

„Nein, ich meine nicht die Living City.“, äfft Ari „Ich meinte die Generationenhäuser.“

„Was soll das sein?“ fragt nun Daniel.

„Nun, ein Generationenhaus bietet Platz für mindestens zwei verschiedene Generationen. Diese Leben getrennt voneinander, ohne sich einzuschränken. Es bietet aber zugleich auch Möglichkeiten zur Interaktion. Wir - meine Familie und ich - überlegen, in so ein Generationenhaus zu ziehen.“ erklärt ihm Ari.

„Das klingt spannend! Aber wir sollten uns ein wenig sputen, wenn wir nicht zu spät zur Stolpersteinsetzung in der Kremsergasse kommen wollen. Da es die letzten Steine dieser Art sind, die in St.Pölten verlegt werden, sollten wir pünktlich dort sein.“, sagt Monika. „Denise, wie sieht es eigentlich mit den jüdischen Friedhöfen aus? Was tut sich da?“

„Sowohl der alte, als auch der neue Jüdische Friedhof sind endlich fertig renoviert. In zwei Wochen bin ich wieder mit einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer auf den Friedhöfen unterwegs – wir werden rasenmähen, Hecken schneiden und nachsehen, was sonst noch anfällt. Seit der Aufklärungskampagnen und den vermehrten Aktionen ist der Vandalismus zurückgegangen. Wir hatten jetzt schon lange keinen Vorfall mehr. Die Stadt hat sich auch in der Beziehung verändert.“, antworte ich.

Gemeinsam biegen wir auf die Promenade ab und kommen in der Fußgängerzone St.Pöltens an. Auf dem Boden sind nun regelmäßig bereits gesetzte Stolpersteine zu sehen. Hinter uns und vor uns: Gruppen von Schülern, die gemeinsam mit Ihren Lehrern ebenfalls bei der letzten Steinsetzung dabei sein werden. Wir kommen durch die Linzerstraße, die nun belebt ist: Von Galerien, kleinen Geschäften und in der einem Weiterbildungszentrum. Wir werden pünktlich mit den Schülergruppen bei der Steinsetzung ankommen und gemeinsam mit den Grünen St.Pölten etwas verändert haben.

 

 

Verkehr und Innenstadt

 

Unsere Forderungen:

 

  1. Es gibt eine CO2 Plakette (https://www.umwelt-plakette.de/)
  2. Nutzung der Öffis ist leistbar und bis 16 Jahre gratis
  3. Das Öffi-Netz ist sinnvoll ausgebaut
  4. Öffis sind dicht getaktet und haben längere Betriebszeiten - inkl. Wochenende und Feiertage
  5. An den Hauptzufahrten St.Pöltens gibt es Park und Ride Stellplätze mit entsprechender Öffi Anbindung
  6. Es gibt ein sinnvolles, attraktives und effizientes zusammenhängendes Radwegnetz im Stadtgebiet
  7. Man kann in einem Radius von 15 Kilometern um STP problemlos ohne Auto zurechtkommen
  8. Vernünftiges Car Sharing Konzept
  9. Zentrum gänzlich sinnvoll autofrei
  10. Grünoasen erhalten
  11. Kremsergasse, Linzerstrasse, Wienerstrasse: Vertikalbegrünung, auf den Achsen Sonnensegel, welche Solarenergie an die angrenzenden Geschäfte abgeben
  12. Es gibt einen Park in Zentrumsnähe, in dem sich jeder frei entfalten kann (BSP: Park Güell http://www.barcelona.de/de/barcelona-park-guell.html)
  13. Es gibt eine Vielzahl an Co-Working-Spaces
  14. Vielzahl von Trinkwasserbrunnen für Mensch und Tier
  15. Kostenlose ordentliche WC Anlagen
  16. Alle Geschäftslokale werden sinnvoll genutzt
  17. Alte Villen sind renoviert und bewohnt zB. Gemeinschaftsprojekte
  18. Es gibt ein Reperaturkaffee

Es gibt ein dem Rathaus gleichwertiges BürgerInnenhaus als konsumfreien Ort

 

Unser Traum:

 

Es ist viel los auf den Straßen St.Pöltens - Räder, Fußgänger und Rollerskater teilen sich die Wege in und um die Stadt. Mobilität ist einfach geworden in St.Pölten.

Auch Denise und Nicole sind unterwegs in die Innenstadt. Mit dem Bus. Die drei Minuten Wartezeit auf ihr Öffi verbrachten die beiden damit, ihren Termin mit Daniel und Markus abzuklären. Markus kommt aus dem Süden mit dem Rad. Er fährt bei gutem Wetter immer mit dem Rad - kein Problem, ist doch die Landeshauptstadt die Vorzeigestadt in Sachen Radwegenetz. Schon vor einigen Jahren wurde im Gemeinde- und BürgerInnenrat der Stadt beschlossen, den Finanzierungsschwerpunkt in Richtung des Öffentlichen Verkehrs und nicht des motorisierten Individualverkehrs zu verschieben.

Auch Julia kommt mit dem Bus, zusammen mit ihrer Tochter. Gemeinsam treten die beiden die Fahrt in Richtung Domplatz an. Tochter gratis - sie ist noch keine 16, Julia mit ihrem Jahresticket um 365 Euro. Als Treffpunkt wählte die Gruppe eine der Grünoasen der Stadt - den Domplatz. Mit seinen Schatten spendenden Bäumen und dem regulären Markt dazwischen laden viele Plätze die Menschen zum Verweilen ein. Auf dem Domplatz ist immer viel los, winters wie sommers.

Vom Domplatz aus geht es in den nahe gelegenen Park, angelehnt an den Park Guell. Dort trifft sich die kleine Auswahl an Neudenkern mit einer Gruppe BürgerInnen. Thema des Treffens: Es gibt Interessenten einer anderen Stadt für das Best Pratice Beispiel schlechthin: Das BürgerInnenhaus von St. Pölten. Auch Monika wird später zu der Gruppe stoßen. Als einstige Initiatorin des Projekts hat sie zweifelsfrei die meiste Erfahrung mit dem Thema.

Während man sich interessiert unterhält, sticht dem aufmerksamen Betrachter die Vielfalt des Parks ins Auge. Dichte Baumgruppen, weitläufige Wiesenflächen, Teiche und Gebüsch hüllen den Park in ein beinahe zeitloses Ambiente. Ein Flecken Natur mitten in der Stadt - ein Platz zum Innehalten und Seelebaumelnlassen. Kinder laufen durch den Park. Die Geräuschkulisse ist durchwachsen, aber nicht unangenehm. Ein wenig entfernt bellt ein Hund, er spielt mit einem der zahlreichen Trinkwasserspendern der Stadt. Zur ungezwungenen Gruppe stoßen Neulinge. Ein junger Mann - er erzählt vom eigenen kleinen Reperaturkaffee in seiner Siedlung - lebt in einer der renovierten Villen in der Nähe des renaturalisierten Hammerparks. Gemeinsam mit anderen bewirtschaftet er dort den Garten. Die gewonnen Waren tauscht er gegen Eier und Milch. Er selbst hat eine kleine Firma, in einem der Co Working Spaces in der Innenstadt. Leere Geschäftsräume sind Mangelware in der Innenstadt von St. Pölten.

Nach einer Weile löst sich die Gruppe auf, Monika und Markus wollen unserem Neuankömmling in Sachen Reperaturkaffe noch eine andere Eigenheit von St. Pölten zeigen: Sie führen ihn zurück über den Domplatz in Richtung Einkaufsstraße. Dort, über den kleinen Gassen der Innenstadt, spannen sich Sonnensegel von einer Straßenseite zur anderen. Sanft durchbricht sie das Licht der Sonne und vermittelt den flanierenden Menschen darunter eigenen Flair. "Die Segel versorgen die angrenzenden Geschäfte der Straße mit Strom, es handelt sich um Solarsegel.", erklärt Markus dem Besucher.

Die drei treffen auf Arash, er kommt vom Markt. Zusammen beschließen sie, eines der Lokale am Rathausplatz zu besuchen. Klassischer Piazza Stil in Verbindung mit ordentlichen Kaffee. Ein gelungener Abschluss. Die vier tratschen lange und genießen den ausklingenden Abend mit Blick auf das BürgerInnenhaus. Auch jetzt noch, um kurz vor 20:00 Uhr, herrscht hier reger Betrieb. Es tummeln sich hier die unterschiedlichsten Menschen unterschiedlichsten Alters. "Neben den zahlreichen kostenlosen Angeboten zur Freizeitgestaltung gibt es hier auch ein Reperaturcafé im großen Stil.", erzählt Monika, die stolze Initatiorin des Hauses.

Um 21:00 Uhr besteigt der Besucher einen der Busse, die ihn in die Park&Ride-Garage an einer der Hauptzufahrten bringen. Da bemerkt er noch, dass neben der Bushaltestelle ein großer Car-Sharing-Parkplatz ist. Sein Kopf ist voll mit Ideen, die er aus St.Pölten in seine Stadt bringen möchte. Heute kam er noch mit dem Auto, seinen nächsten Besuch wird er öffentlich erledigen.